Ein Leitzins ist der Referenzzinssatz, den eine Zentralbank als Ausgangspunkt für Kreditaufnahme und Sparen in einer Volkswirtschaft festlegt. Kreditgeber kalkulieren ihre eigenen Produkte auf dieser Basis, sodass er die Kosten des Geldes im gesamten System prägt.
Geschäftsbanken nutzen den Leitzins, um die Zinssätze für Kredite, Hypotheken, Kreditkarten und Sparprodukte mit festzulegen. Wenn die Zentralbank den Leitzins anhebt, steigen die Kreditkosten in der Regel. Wenn sie den Leitzins senkt, gehen die Kreditkosten in der Regel zurück. Der Zinssatz wirkt sich dann auf Konsumausgaben, Unternehmensinvestitionen, Inflation, Währungswerte und Anleiherenditen aus.
Ein Leitzins ist nicht der Zinssatz, den ein Kreditnehmer tatsächlich zahlt. Kreditgeber schlagen eine Marge darauf auf, sodass ein Kredit mit „Leitzins plus 2%“ mehr kostet als der Leitzins allein. Verschiedene Länder bezeichnen ihren Leitzins unterschiedlich: Die Bank of England nennt ihn Bank Rate, während das US-amerikanische Äquivalent der Federal Funds Rate ist.
Eine Zentralbank erhöht ihren Leitzins von 4.50% auf 4.75%.
Banken können daraufhin ihre Kredit- und Hypothekenzinsen anheben, weil ihre eigene Finanzierung teurer geworden ist.
Trader können den Anstieg als unterstützend für die lokale Währung ansehen, da ein höherer Zinssatz diese Währung attraktiver zum Halten machen kann.