Ein kursgewichteter Index ist ein Aktienindex, bei dem der Einfluss jedes Unternehmens durch seinen Aktienkurs bestimmt wird, sodass höher bewertete Aktien den Index stärker bewegen – unabhängig davon, wie groß die zugrunde liegenden Unternehmen sind. Der Dow Jones Industrial Average und der Nikkei 225 sind die bekanntesten Beispiele.
Der Indexstand wird ermittelt, indem die Aktienkurse aller Bestandteile addiert und durch eine festgelegte Zahl, den sogenannten Divisor, geteilt werden. Dieser wird bei Ereignissen wie Aktiensplits angepasst, um die Reihe konsistent zu halten. Da die Gewichtung allein dem Kurs folgt, kann eine hochpreisige Aktie den Index stark beeinflussen, selbst wenn der Gesamtwert des Unternehmens eher gering ist.
Das Gegenstück ist der nach Marktkapitalisierung gewichtete Index, der seine Mitglieder nach Unternehmenswert statt nach Aktienkurs gewichtet. Eine Besonderheit der Kursgewichtung ist, dass ein Aktiensplit, der den Aktienkurs senkt, ohne den Unternehmenswert zu verändern, auch den Einfluss dieser Aktie auf den Index verringert.
Angenommen, ein kursgewichteter Index enthält zwei Aktien mit Kursen von 300 und 100 sowie einen Divisor von 2, was einen Indexstand von 200 ergibt.
Die 300er-Aktie steigt um 20 auf 320, während die 100er-Aktie unverändert bleibt. Der neue Stand ist (320 + 100) geteilt durch 2, also 210 – ein Gewinn von 10 Punkten, der von der höher bewerteten Aktie getrieben wird.