Ein Rollover ist der Vorgang, eine offene Position über ihr ursprüngliches Verfalls- oder Abwicklungsdatum hinaus zu verlängern. Dadurch bleibt dasselbe Marktexposure in den Büchern, anstatt die Position auslaufen zu lassen.
Bei einem befristeten Kontrakt bedeutet ein Rollover, den auslaufenden Kontrakt zu schließen und gleichzeitig einen später fälligen zu eröffnen, sodass das Exposure fortgeführt wird. Das ist bei Futures, Forwards und Optionen üblich, wenn Trader vor dem Verfall rollen, um die Lieferung oder Barausgleich des auslaufenden Kontrakts zu vermeiden.
Im Forex- und CFD-Handel hat Rollover noch eine zweite Bedeutung: die Übernacht-Finanzierungsanpassung, die angewendet wird, wenn eine Position über die tägliche Rollover-Zeit des Brokers hinaus gehalten wird. Diese Anpassung ist eine Swap-Belastung oder eine Swap-Gutschrift, die von der Handelsrichtung und der Zinsdifferenz zwischen den beiden Seiten abhängt. Die Bedeutung im Sinne des Kontrakt-Rollovers verschiebt das Exposure auf einen neuen Verfall; die Finanzierungsbedeutung ist ein täglicher Kosten- oder Gutschriftsposten für eine offen bleibende Position.
Sie halten einen Rohöl-Futures-Kontrakt, der im Juni verfällt.
Sie möchten Ihr Öl-Exposure beibehalten, also schließen Sie den Juni-Kontrakt und eröffnen den Juli-Kontrakt.
Dieser Wechsel vom Juni-Kontrakt zum Juli-Kontrakt ist ein Rollover: Er verschiebt die Position in einen späteren Verfallsmonat, ohne das Exposure aufzugeben.