Metas KI-Shopping-Assistent Muse lotet den E-Commerce-Markt aus und könnte Amazons fast 70 Milliarden US-Dollar schweres Werbegeschäft bedrohen!

Der neue KI-Einkaufsassistent Muse von Meta Platforms entwickelt sich zu einer potenziellen Bedrohung für Amazon. Er könnte die Vormachtstellung des E-Commerce-Riesen im Onlinehandel und dessen Werbegeschäft mit einem Volumen von fast 70 Milliarden US-Dollar herausfordern.

Meta hat Muse im September eingeführt. Mit dem Assistenten können Verbraucher KI-Agenten nutzen, um Produkte zu recherchieren, Einkäufe zu tätigen und Aufgaben wie Reisebuchungen und Budgetverwaltung zu erledigen. Nach Angaben von Meta erstellten in den ersten sechs Wochen nach der Einführung mehr als 10 Millionen Nutzer in den USA und Kanada Muse-Agenten. Für Anleger reichen die Auswirkungen dieses Wettbewerbs über die Einzelhandelsumsätze hinaus. Amazons Werbegeschäft stützt sich stark auf gesponserte Produktplatzierungen, die Verbraucher beim Stöbern auf der Plattform beeinflussen. Wenn KI-Agenten eigenständig Preise vergleichen und Produkte auswählen können, könnte die Wirksamkeit dieser Anzeigen nachlassen. Dadurch könnte eine der profitabelsten Einnahmequellen von Amazon unter Druck geraten.

TMGM Analysis: Financial Market News, Economic Calendar & Market Insights

Als Reaktion auf diesen Trend hat Amazon Muse unter Verweis auf Sicherheitsbedenken daran gehindert, Käufe auf seiner Plattform abzuschließen. Walmart und Shopify verfolgen den gegenteiligen Ansatz und setzen in Zusammenarbeit mit Meta auf KI-gestütztes Einkaufen.

Amazon-Chef Andy Jassy spielte die unmittelbare Bedrohung bei einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen herunter. Er argumentierte, Einkaufsagenten von Drittanbietern seien nach wie vor weniger bequem als der direkte Einkauf bei Händlern, und erklärte, Amazons Werbegeschäft sei bislang nicht wesentlich beeinträchtigt worden. Jassy hob auch Amazons eigenen Assistenten Alexa for Shopping hervor. Dieser helfe Verbrauchern, Produkte zu vergleichen, Preise zu beobachten und personalisierte Empfehlungen zu erhalten, und habe im vergangenen Jahr mehr als 400 Millionen Nutzer gewonnen.

Dennoch warnen Branchenbeobachter, dass KI-Agenten Amazons langjährige Stellung als bevorzugte erste Anlaufstelle der Verbraucher beim Onlineeinkauf schwächen könnten. JPMorgan ist der Ansicht, dass Muse das Potenzial hat, sich zu einer bedeutenden KI-Plattform für Verbraucher zu entwickeln, und dass Amazons Beschränkungen Chancen für aufstrebende Wettbewerber eröffnen könnten.

Amazon entwickelt zudem eigene Funktionen für den agentengestützten Handel. Der Dienst Shop Direct umfasst inzwischen mehr als 250 Millionen Produkte externer Händler. Mit Buy For Me können Kunden ausgewählte Produkte von Drittanbietern kaufen, ohne die Amazon-Plattform zu verlassen. Amazons umfangreiche Infrastruktur zur Bestellabwicklung, seine Kundenbeziehungen und seine Lieferkapazitäten könnten dem Unternehmen bei der Anpassung an veränderte Einkaufsgewohnheiten weiterhin erhebliche Wettbewerbsvorteile verschaffen.

Markteinschätzung:
Amazon könnte letztlich Partnerschaften mit externen KI-Agenten eingehen. Solche Kooperationen könnten dem Unternehmen helfen, seine Vormachtstellung im Einzelhandel zu behaupten. Dennoch wird Amazon ein Gleichgewicht finden müssen: zwischen der Offenheit für neue Einkaufstechnologien und dem Schutz seiner Werbeeinnahmen, die stark davon abhängen, dass Verbraucher im Amazon-Ökosystem bleiben.