Bitcoin verharrt zwischen 77.000 und 80.000 US-Dollar, da die Nachfrage am Spotmarkt schwach bleibt

  • Laut Bitfinex trifft Bitcoin bei rund 81.300 US-Dollar auf Widerstand. Da die Käufe im Bereich der Unterstützungszone von 77.000 bis 80.000 US-Dollar passiv bleiben, ist die Erholung anfällig für erneuten Verkaufsdruck.
  • Das Open Interest bei Bitcoin-Futures stieg trotz eines Kursrückgangs von 5,3 % um 12,1 % auf 694.728 BTC und verdeutlicht damit das wachsende Engagement am Derivatemarkt.
  • Wintermute warnte, dass Bitcoin die Marke von 80.000 US-Dollar mit Unterstützung durch Nachfrage am Kassamarkt und ETF-Zuflüsse zurückerobern muss, um die Aussichten zu verbessern.
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Bitcoin (BTC) könnte kurzfristig in der Spanne zwischen 77.000 und 80.000 US-Dollar gefangen bleiben. Da die Nachfrage am Kassamarkt weiterhin schwach ist, dürften Kursanstiege in Richtung 81.300 US-Dollar auf Verkaufsdruck stoßen, so die Kryptobörse Bitfinex.

Bitcoin-Erholung trifft nahe 81.000 US-Dollar auf Widerstand

Im Bericht von Bitfinex Alpha vom Dienstag erklärten die Analysten der Börse, dass der unmittelbare Kursausblick für Bitcoin weiterhin durch die Unterstützungszone von 77.000 bis 80.000 US-Dollar begrenzt werde. Dort haben Anleger rund 1,05 Millionen BTC erworben, verglichen mit 738.000 BTC am 28. Oktober. Die Kaufaktivität in dieser Spanne scheint jedoch weitgehend passiv zu sein — im Orderbuch liegende Kaufaufträge absorbieren Verkäufe —, wodurch Bitcoin anfällig für erneuten Verkaufsdruck bleibt.

„Die Käufe, die wir derzeit innerhalb der Spanne von 77.000 bis 80.000 US-Dollar beobachten, sind passiv, nicht aggressiv“, schrieb Bitfinex.

Die Marke von 81.300 US-Dollar stellt die nächste bedeutende Hürde dar. Dort könnten Anleger, die ihre Positionen schließen möchten, weitere Kursgewinne begrenzen.

Auch der Optionsmarkt deutet auf anhaltende Volatilität hin. Die impliziten Kursbewegungen lassen bis zum Verfall am 6. November eine mögliche Handelsspanne zwischen 74.400 und 81.750 US-Dollar erwarten.

Unterdessen floss trotz des jüngsten Kursrückgangs der führenden Kryptowährung weiterhin Kapital in den Bitcoin-Derivatemarkt.

Das gesamte Open Interest bei Futures stieg vom Tief am 12. Oktober bis zum 31. Oktober um 12,1 % auf 694.728 BTC, obwohl der Bitcoin-Kurs um 5,3 % nachgab. Auch die Finanzierungsraten blieben positiv und erreichten während des Ausverkaufs am 30. Oktober an einigen großen Börsen für unbefristete Futures auf das Jahr hochgerechnete Werte von 17 %. Dies deutet laut Bitfinex darauf hin, dass Händler mit gehebelten Positionen trotz sinkender Kurse weiter auf eine Erholung setzten.

Die Nachfrage am Kassamarkt konnte jedoch nicht Schritt halten: US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten am 30. Oktober Abflüsse von 643,2 Millionen US-Dollar, den höchsten Tagesabfluss seit dem 25. Juni.

Durch diese Mittelabzüge wurde der Oktober zum ersten Monat mit Nettoabflüssen aus ETFs seit Juni, nachdem im Juli, August und September insgesamt 6,36 Milliarden US-Dollar zugeflossen waren.

Bitfinex warnte, dass die Erholung von Bitcoin ohne anhaltende aggressive Käufe am Kassamarkt weiter ins Stocken geraten könnte.

Bitcoin muss für bessere Aussichten 80.000 US-Dollar zurückerobern

Laut dem Bericht des Handelshauses Wintermute vom Dienstag bleibt eine Erholung über 80.000 US-Dollar und die anschließende Behauptung dieser Marke eine zentrale Voraussetzung für bessere kurzfristige Aussichten bei Bitcoin.

Das Unternehmen blieb vorsichtig und begründete dies damit, dass bei der jüngsten Erholung Hinweise auf frische Kapitalzuflüsse über die Kassamärkte fehlten.

„Wir würden unsere kurzfristige Zurückhaltung aufgeben, wenn Bitcoin die Marke von 80.000 US-Dollar zurückerobert und sich darüber hält, wobei die Kaufnachfrage vom Kassamarkt und aus ETF-Zuflüssen kommen müsste“, erklärte Wintermute.

Das Unternehmen nannte den gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt von Bitcoin bei rund 76.800 US-Dollar als nächste wichtige Unterstützung. Ein nachhaltiges Unterschreiten dieser Marke würde die Abwärtsrisiken erhöhen.

Wintermute ergänzte, dass der Markt nach dem Binance-Hack im Umfang von 6,3 Milliarden US-Dollar am späten Donnerstag weiterhin unter Druck stehe. Der Vorfall löste Liquidationen von rund 1,5 Milliarden US-Dollar aus, von denen etwa 85 % auf gehebelte Long-Positionen entfielen.

Laut Wintermute kauften Händler zunächst vor allem über unbefristete Futures und nicht am Kassamarkt in den Kursrückgang hinein. Dadurch fehlte der Erholung eine ausreichende neue Nachfrage am Kassamarkt.

„Bitcoin hat [die] Marke von 80.000 US-Dollar verloren. Und auch wenn dies nicht auf die von uns aufgezeigten makroökonomischen Gründe zurückzuführen ist, wirkt der Markt nach den Liquidationen im Umfang von 1,5 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit Binance in der vergangenen Woche weiterhin angeschlagen“, fügte das Unternehmen hinzu.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert BTC bei 77.660 US-Dollar und damit 0,2 % höher als vor 24 Stunden.