Tägliches Finanzfrühstück 3. November 2026: WSJ berichtet über US-Angriff auf Qeschm, während die RBA den Leitzins auf 4,85 % anhebt

Marktnachrichten heute: Das Wichtigste im Überblick

  • Das Wall Street Journal berichtete, dass die Vereinigten Staaten am Montag die iranische Insel Qeschm angegriffen hätten. Iran erklärte unterdessen, die Gespräche über eine Beendigung des Konflikts dauerten an.
  • Die Reserve Bank of Australia erhöhte ihren Leitzins mit sechs zu drei Stimmen um 25 Basispunkte auf 4,85 %. Gouverneurin Michele Bullock betonte, dass die geldpolitischen Optionen offenblieben.
  • Laut Standard Chartered hat Christine Lagardes geplanter vorzeitiger Rücktritt einen Führungswechsel bei der EZB beschleunigt, der die Hälfte des Direktoriums betrifft.
  • Nach Angaben von Danske Research veranschlagt das US-Finanzministerium die Kreditaufnahme im ersten Quartal auf 800 Milliarden US-Dollar, nach 618 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal.
  • Der US-amerikanische ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe stieg im Oktober von 54,5 im September auf 55,5 und übertraf damit die Konsensprognose von 54,5.
  • WTI erholte sich nach dem Ausverkauf am Montag auf rund 95,30 US-Dollar. TD Securities berichtete unterdessen, dass sich die Ölströme aus dem Nahen Osten normalisiert hätten, während die Lagerbestände an Land weiter sänken.
  • Nordkorea wies US-Vorwürfe zurück, wonach nordkoreanische Hacker hinter dem Binance-Hack mit einem Schaden von 6,3 Milliarden US-Dollar steckten. Binance erklärte, die betroffenen Vermögenswerte seien vollständig ersetzt worden.
  • Bitget-CEO Gracy Chen erklärte, die Börse habe den Verlust von 388 Millionen US-Dollar aus dem Hackerangriff im September selbst getragen und ihre Sicherheitskontrollen grundlegend überarbeitet.
  • Laut HSBC gaben brasilianische Aktien und der Real nach der Wiederwahl von Präsident Lula nach. Die Bank verwies zugleich auf Zugewinne der Opposition im Kongress.
TMGM Analysis: Financial Market News, Economic Calendar & Market Insights

Marktentwicklungen

Devisen

AUD/USD fiel nach der RBA-Entscheidung um 0,25 % auf knapp 0,6975. AUD/JPY gab auf rund 110,20 nach, während AUD/NZD den zweiten Tag in Folge sank und bei rund 1,2430 notierte. EUR/GBP wurde bei rund 0,8336 gehandelt und lag damit 0,11 % im Minus, nachdem das Währungspaar zuvor noch nahe 0,8345 notiert hatte. GBP/USD zeigte sich im europäischen Handel bei rund 1,3410 nahezu unverändert, nachdem das Paar während des asiatischen Handels auf knapp 1,3405 gefallen war. Der US-Dollar-Index hielt sich im asiatischen Handel nach moderaten Verlusten am Vortag nahe 101,80.

Geopolitische Entwicklungen

WSJ berichtet über US-Angriff auf die iranische Insel Qeschm

Die Vereinigten Staaten haben am Montag die iranische Insel Qeschm nahe der Straße von Hormus angegriffen, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Die Zeitung bezeichnete den Angriff als den jüngsten in einer Reihe begrenzter Militärschläge, die Washington in den vergangenen Wochen heimlich gegen Iran geführt habe.

Parallel zu den militärischen Aktivitäten wurden die diplomatischen Kontakte fortgesetzt. Iran erklärte, die Gespräche mit den Vereinigten Staaten über eine Beendigung des seit acht Monaten andauernden Konflikts gingen weiter, wie Reuters am Montag berichtete. Mehrtägige Verhandlungen zwischen iranischen Vertretern und katarischen Vermittlern führten zu überarbeiteten Vorschlägen, brachten jedoch keinen wesentlichen Durchbruch.

Zentralbanken

RBA erhöht Leitzins bei geteiltem Votum auf 4,85 %

Die Reserve Bank of Australia erhöhte ihren Leitzins am 3. November um 25 Basispunkte von 4,6 % auf 4,85 %. Es war die fünfte Erhöhung in diesem Jahr. Die Entscheidung fiel mit sechs zu drei Stimmen und entsprach den Markterwartungen. Die Inflation lag weiterhin über dem Zielwert.

In ihrer Erklärung verzichtete die Zentralbank erstmals seit Juni auf den Hinweis auf mögliche weitere Zinserhöhungen. Francesco Pesole von ING erklärte, der Konjunkturausblick sei deutlich nach unten revidiert worden. Sinkende Immobilienpreise belasteten die Verbraucher, und bei der Arbeitslosigkeit bestünden Aufwärtsrisiken. Auf ihrer Pressekonferenz betonte Gouverneurin Michele Bullock, dass die bisherigen geldpolitischen Straffungen ihre Wirkung auf die Wirtschaft noch entfalten müssten.

Bullock wies jedoch die Vermutung zurück, dass die geänderte Formulierung ein Ende der Zinserhöhungen bedeute. Laut Nicholas Chia von Standard Chartered erklärte sie, die RBA halte sich „unsere Optionen offen“. Die Erklärung verwies weiterhin auf Aufwärtsrisiken für die Inflation und räumte stärkere Kapazitätsengpässe ein als zuvor angenommen. Bullock sagte außerdem, die inflationsstabile Arbeitslosenquote und der neutrale Zinssatz seien gestiegen, ohne dazu Schätzwerte zu nennen.

Standard Chartered: Lagardes vorzeitiger Rücktritt beschleunigt Führungswechsel bei der EZB

Christine Lagardes Ankündigung, das Amt der Präsidentin der Europäischen Zentralbank neun Monate vor dem vorgesehenen Termin niederzulegen, hat einen umfassenderen Führungswechsel beschleunigt, erklärte Christopher Graham von Standard Chartered. Die Hälfte des Direktoriums muss neu besetzt werden, darunter die Posten von Isabel Schnabel und Philip Lane.

Graham nannte den früheren niederländischen Zentralbankchef Klaas Knot und Pablo Hernandez de Cos als mögliche Nachfolger für das Präsidentenamt. Er argumentierte, die geldpolitische Bedeutung der Ernennungen gehe über eine einfache Unterscheidung zwischen Falken und Tauben hinaus; auch die übrigen Direktoriumsposten seien wichtig. Bei den möglichen Nachfolgern handelt es sich weiterhin um Kandidaten und nicht um bestätigte Ernennungen.

US-Fiskalpolitik & Konjunkturdaten

Geschätzte US-Kreditaufnahme steigt im ersten Quartal auf 800 Milliarden US-Dollar

Das US-Finanzministerium veranschlagt die Kreditaufnahme im ersten Quartal auf 800 Milliarden US-Dollar, gegenüber 618 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal. Dies geht aus der Darstellung der vierteljährlichen Refinanzierungsschätzungen durch Danske Research hervor. Der angestrebte Kassenbestand zum Ende des ersten Quartals wurde auf 1.000 Milliarden US-Dollar festgesetzt.

Die geschätzte Kreditaufnahme für das vierte Quartal wurde um 10 Milliarden US-Dollar gesenkt, da der anfängliche Kassenbestand etwas höher als erwartet ausfiel. Der angestrebte Kassenbestand zum Jahresende blieb unverändert bei 850 Milliarden US-Dollar.

US-ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe steigt auf 55,5

Der US-amerikanische ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe stieg im Oktober von 54,5 im September auf 55,5. Damit übertraf er die Konsensprognose, die einen unveränderten Wert von 54,5 erwartet hatte. Laut Danske Research legten die Auftragseingänge leicht zu, während die Produktion deutlich stieg.

Ein anderer Indikator zeichnete ein schwächeres Bild der wirtschaftlichen Aktivität. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe von S&P Global wurde von zunächst 55,9 auf 54,9 nach unten revidiert. Er signalisierte damit weiterhin Wachstum, allerdings in geringerem Tempo als im Vormonat und in der vorläufigen Schätzung.

Energie & Rohstoffe

WTI erholt sich auf knapp 95,30 US-Dollar, nachdem diplomatische Meldungen einen Ausverkauf ausgelöst hatten

Rohöl der Sorte West Texas Intermediate wurde am Dienstag im frühen asiatischen Handel bei rund 95,30 US-Dollar gehandelt. In der vorherigen Sitzung hatte es mit 94,30 US-Dollar den niedrigsten Stand seit dem 16. Oktober erreicht. Am Montag war der Preis um mehr als 5 % gefallen, da Meldungen über diplomatische Kontakte zwischen den USA und Iran die Sorgen vor weiteren Lieferunterbrechungen linderten. Einem späteren Bericht zufolge belief sich der Rückgang auf 6,50 %.

Die physische Versorgungslage blieb uneinheitlich. Ryan McKay von TD Securities erklärte, die Ölströme aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormus, den Golf von Oman und die Umgehungspipelines hätten wieder das Vorkriegsniveau erreicht. Der Tanker-Pendelverkehr rund um Oman sei jedoch weiterhin kostspielig, erfordere ständige Unterstützung durch die US-Marine und sei wegen der Umladungen von Schiff zu Schiff mit längeren Lade- und Transportzeiten verbunden.

Die Hochfrequenzschätzungen von TD Securities zeigten einen Rohölüberschuss von annähernd 2–3 Millionen Barrel pro Tag. Dieser sammelte sich vor allem als auf See gelagertes Öl an, während die kommerziellen Lagerbestände an Land weiter zurückgingen. Die Bank schätzte das Defizit bei Mineralölprodukten auf mehr als 2 Millionen Barrel pro Tag. McKay führte das hohe Preisniveau auf eine stärkere Nachfrage, ein knappes Angebot an den Märkten für Mineralölprodukte sowie auf Angebotsrisiken durch Huthi-Angriffe auf die saudische Infrastruktur und Tankerangriffe der iranischen Revolutionsgarden zurück.

Sicherheit bei Kryptowährungen

Nordkorea weist US-Vorwürfe zum Binance-Hack über 6,3 Milliarden US-Dollar zurück

Nordkorea wies die US-Vorwürfe zurück, wonach staatlich unterstützte Hacker für den Binance-Hack mit einem Schaden von 6,3 Milliarden US-Dollar verantwortlich seien. Das FBI schrieb den Angriff nordkoreanischen Hackern zu, deren Cyberaktivitäten unter der Bezeichnung TraderTraitor geführt werden.

Kim Yo-jong, die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, bezeichnete die Anschuldigungen als politische Provokation und als Versuch, das Land als cyberkriminellen Staat darzustellen. Ihre Erklärung wurde von der Korean Central News Agency verbreitet und am späten Montag von Yonhap aufgegriffen. Binance erklärte, die betroffenen Vermögenswerte vollständig ersetzt und einen neuen Proof-of-Reserves-Snapshot auf Basis eines Zero-Knowledge-Nachweises erstellt zu haben.

Bitget-CEO erläutert Sicherheitsreform nach Hackerangriff über 388 Millionen US-Dollar

Bitget-CEO Gracy Chen erklärte, die Börse habe innerhalb weniger Stunden entschieden, den Verlust von 388 Millionen US-Dollar aus dem Hackerangriff im September selbst zu tragen, statt ihn an die Nutzer weiterzugeben. In einem Interview mit FXStreet beschrieb sie einen Angriff, der mit kleinen unautorisierten Überweisungen begann und sich anschließend zu größeren Abhebungen über mehrere Blockchains hinweg ausweitete.

Die Börse erklärte, ihre Sicherheitssysteme hätten die Unregelmäßigkeiten erkannt und Abhebungen innerhalb weniger Minuten gestoppt. Die interne Untersuchung ergab eine Schwachstelle in einem Sicherheitsprodukt eines Drittanbieters, die die Autorisierung von Transaktionen betraf. Weder private Schlüssel noch Cold Wallets wurden kompromittiert. Bitget strukturierte daraufhin den Zugang zu sensiblen Systemen neu, führte mehrstufige Freigaben für kritische Vorgänge ein und verschärfte die Überwachung.

Der Vorfall war Teil umfassenderer Verluste in der Branche: CertiK bezifferte die durch Sicherheitsverletzungen verursachten Verluste im Kryptowährungssektor im Jahr 2026 auf rund 8,65 bis 8,98 Milliarden US-Dollar.

Regionale politische Entwicklungen

HSBC berichtet über Verluste brasilianischer Vermögenswerte nach Lulas Wiederwahl

Die brasilianischen Aktienindizes gaben deutlich nach, und der Real verlor gegenüber dem US-Dollar an Boden, nachdem Präsident Lula im zweiten Wahlgang einen unerwarteten Sieg errungen hatte, erklärten Strategen von HSBC. Die Bank sprach von einer deutlichen Neubewertung brasilianischer Vermögenswerte.

HSBC hob außerdem die Zugewinne der Opposition im Kongress hervor. Die daraus resultierende politische Spaltung erschwere die Bemühungen, die fiskalpolitische Glaubwürdigkeit wiederherzustellen, und halte die fiskalische Risikoprämie des Landes auf hohem Niveau.

Wichtige bevorstehende Ereignisse

  • US-Zwischenwahlen (3. November 2026): Vereinigte Staaten: Die Zwischenwahlen finden am Dienstag statt. Laut Danske Research werden vorläufige Ergebnisse am Mittwochmorgen erwartet, während die endgültigen Ergebnisse erst nach Wochen oder noch später feststehen könnten.
  • Zinsentscheidung der Bank of England: Vereinigtes Königreich: Die nächste Zinsentscheidung der Bank of England steht noch bevor.

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