EZB-Vertreter Moulin: Banken können mit höheren Zinsen umgehen; Frankreich muss seine Staatsfinanzen in Ordnung bringen

Emmanuel Moulin, Gouverneur der Banque de France und Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB), erklärte am Mittwoch: „Banken können mit steigenden Zinsen umgehen.“

Moulin fügte hinzu, die Lösung für Frankreichs „finanzielle Probleme liegt in Frankreich und nicht in Frankfurt“. Damit deutete er an, dass das Hauptproblem von Paris in der Fiskalpolitik und nicht in der Geldpolitik liegt.

Die wichtigsten Aussagen:

Banken können mit steigenden Zinsen umgehen

Die Lösung für Frankreichs finanzielle Probleme liegt in Frankreich und nicht in Frankfurt

Keine Gefahr einer wechselseitigen Abwärtsspirale zwischen Banken und Staaten mehr

Skepsis gegenüber dem Regierungsplan zur Anhebung der Einlagenobergrenze für regulierte Sparprodukte

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Häufig gestellte Fragen zur EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Zentralbank des Euroraums. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik für die Region. Das vorrangige Mandat der EZB besteht darin, Preisstabilität zu gewährleisten, also die Inflation bei rund 2 % zu halten. Ihr wichtigstes Instrument dafür ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Vergleichsweise hohe Zinsen führen in der Regel zu einem stärkeren Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft seine geldpolitischen Entscheidungen auf Sitzungen, die achtmal im Jahr stattfinden. Die Entscheidungen werden von den Präsidenten der nationalen Zentralbanken des Euroraums und sechs ständigen Mitgliedern getroffen, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

In Extremsituationen kann die Europäische Zentralbank ein geldpolitisches Instrument einsetzen, das als quantitative Lockerung (Quantitative Easing, QE) bezeichnet wird. Dabei schafft die EZB neue Euro und kauft damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstituten. QE führt üblicherweise zu einem schwächeren Euro. QE gilt als letztes Mittel, wenn eine reine Zinssenkung voraussichtlich nicht ausreicht, um das Ziel der Preisstabilität zu erreichen. Die EZB setzte dieses Instrument während der großen Finanzkrise von 2009 bis 2011, im Jahr 2015 angesichts einer hartnäckig niedrigen Inflation sowie während der Corona-Pandemie ein.

Die quantitative Straffung (Quantitative Tightening, QT) ist das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE). Sie wird im Anschluss an QE eingesetzt, wenn eine wirtschaftliche Erholung im Gange ist und die Inflation zu steigen beginnt. Während die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen von QE Staats- und Unternehmensanleihen von Finanzinstituten kauft, um ihnen Liquidität bereitzustellen, stellt sie bei QT weitere Anleihekäufe ein und legt die Tilgungsbeträge aus fällig werdenden Anleihen in ihrem Bestand nicht mehr neu an. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, ist also bullisch für die Währung.