Gold bleibt stabil, gewinnt angesichts anhaltender Risiken weiterer Fed-Zinserhöhungen jedoch kaum an Dynamik

  • Gold tendiert leicht fester, während der US-Dollar auf seinen ersten Wochenverlust seit fünf Wochen zusteuert.
  • Die Erwartung einer restriktiven Fed-Politik belastet das Edelmetall weiterhin und begrenzt weitere Kursgewinne.
  • XAU/USD konsolidiert unter 4.200 US-Dollar, während technische Indikatoren gemischte Signale liefern.

Gold (XAU/USD) behauptet am Freitag moderate Gewinne, gestützt durch einen schwächeren US-Dollar (USD) und niedrigere US-Staatsanleiherenditen. Die Erwartung einer restriktiven Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hält Käufer jedoch davon ab, bei steigenden Kursen aggressiv zuzugreifen. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notiert XAU/USD bei rund 4.175 US-Dollar und damit 0,10 % höher als am Vortag.

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Das Edelmetall legte am Donnerstag um 1,60 % zu, da Sorgen über schuldenfinanzierte KI-Investitionen Anleger in sichere Häfen wie Edelmetalle und Staatsanleihen trieben. Dies löste einen starken Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen aus. Die als Referenz geltende Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel auf ein Dreiwochentief unter 5,10 %, während der US-Dollar-Index (DXY) von seinem 18-Monats-Hoch nahe 103 zurückwich.

Der DXY, der den Wert des US-Dollar gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 101,60 und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem 1. Oktober. Er steuert auf seinen ersten Wochenverlust seit fünf Wochen zu.

Trotz des deutlichen Rückgangs des US-Dollar und der Renditen fällt es Gold schwer, eine kräftigere Erholung einzuleiten. Die in dieser Woche veröffentlichten, höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten zeigen, dass der Preisdruck hartnäckig über dem 2-%-Ziel der Fed verharrt. Dies liegt zum Teil an den gestiegenen Energiekosten infolge des Krieges im Nahen Osten.

Die Inflationsrisiken dürften anhalten, da die Sorgen um die Versorgung aus dem Nahen Osten weiterhin groß sind. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran stecken nach wie vor fest, während die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Huthi im Jemen zunehmen. Vor diesem Hintergrund erwarten Marktteilnehmer überwiegend, dass die Fed die Zinsen noch vor Jahresende erneut anheben wird.

Jüngste Äußerungen von Fed-Vertretern deuten darauf hin, dass sie für eine weitere Straffung offen bleiben. Ein deutliches Signal für eine Zinserhöhung auf der Sitzung am 27. und 28. Oktober haben sie allerdings nicht gegeben. Bei einem Auftritt am Freitag in Bangkok hielt Fed-Chef Kevin Warsh an seiner Linie fest, keine Vorabhinweise zum künftigen geldpolitischen Kurs zu geben, und erklärte: „Ich greife den Entscheidungen auf den Sitzungen nicht vor.“

Analysten von MUFG/BTMU zufolge werteten die Märkte die Äußerungen von Fed-Chef Warsh weitgehend als Bestätigung des geldpolitischen Status quo. Sie betonen: „Alles, was wir von Warsh zur Geldpolitik gehört haben, war die wiederholte Bekräftigung, dass die Fed weiterhin auf das Erreichen ihres Inflationsziels fokussiert bleiben werde.“ Sein „Verzicht auf konkrete geldpolitische Aussagen wurde von den Marktteilnehmern als Bestätigung der aktuellen Markteinpreisung gesehen, die nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Oktober impliziert“.

Dem CME FedWatch Tool zufolge preisen Marktteilnehmer eine Wahrscheinlichkeit von 15 % für eine Zinserhöhung in diesem Monat und von 89 % für eine Anhebung im Dezember ein. Für Gold hängt der Ausblick davon ab, ob sich aus dem jüngsten Rückenwind durch niedrigere Renditen eine nachhaltige Erholung entwickeln kann oder ob die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen der Fed die Kursgewinne begrenzt.

Technische Analyse: Bärische Tendenz hält an, während XAU/USD unter 4.200 US-Dollar feststeckt

Im Tageschart bleibt XAU/USD nach dem Rückgang von seinem Hoch Ende August nahe 4.700 US-Dollar unter Verkaufsdruck. Seit Monatsbeginn bewegen sich die Kurse jedoch weitgehend in einer Spanne zwischen 4.100 und 4.200 US-Dollar. Das Edelmetall notiert weiterhin unter seinen einfachen gleitenden Durchschnitten (SMAs) der letzten 50, 100 und 200 Tage, wodurch die kurzfristige Tendenz bärisch bleibt.

Die Momentumindikatoren liefern ein gemischtes Bild: Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich im mittleren 40er-Bereich, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) ins Positive dreht. Dies deutet auf ein zunehmendes, aber weiterhin begrenztes Aufwärtspotenzial hin, solange der Kurs unter diesen wichtigen gleitenden Durchschnitten notiert.

Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand an der psychologisch wichtigen Marke von 4.200 US-Dollar, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei 4.242 US-Dollar und dem 50-Tage-SMA bei 4.331 US-Dollar. Bei einer kräftigeren Erholung würde zunächst der horizontale Widerstand bei 4.400 US-Dollar in den Fokus rücken, bevor der 200-Tage-SMA bei 4.522 US-Dollar erreicht wird. Auf der Unterseite könnte ein nachhaltiger Durchbruch unter 4.100 US-Dollar den Weg in Richtung der Unterstützungszone zwischen 4.000 und 3.950 US-Dollar ebnen.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)

Häufig gestellte Fragen zu Gold

Gold hat in der Geschichte der Menschheit eine zentrale Rolle gespielt, da es weithin als Wertaufbewahrungs- und Tauschmittel genutzt wurde. Neben seinem Glanz und seiner Verwendung für Schmuck wird das Edelmetall heute allgemein als sicherer Hafen angesehen, also als gute Anlage in turbulenten Zeiten. Gold gilt zudem weithin als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen, da es nicht von einem bestimmten Emittenten oder einer Regierung abhängt.

Zentralbanken halten die größten Goldbestände. Um ihre Währungen in turbulenten Zeiten zu stützen, diversifizieren sie in der Regel ihre Reserven und kaufen Gold, um das Vertrauen in die Stärke ihrer Wirtschaft und ihrer Währung zu erhöhen. Hohe Goldreserven können das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit eines Landes stärken. Laut Daten des World Gold Council stockten Zentralbanken ihre Reserven im Jahr 2022 um 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar auf. Dies ist der höchste jährliche Zukauf seit Beginn der Aufzeichnungen. Zentralbanken aus Schwellenländern wie China, Indien und der Türkei bauen ihre Goldreserven rasch aus.

Gold weist eine negative Korrelation mit dem US-Dollar und US-Staatsanleihen auf, die beide wichtige Reserveanlagen und sichere Häfen sind. Wenn der Dollar abwertet, steigt Gold tendenziell. Dies ermöglicht Anlegern und Zentralbanken, ihre Anlagen in turbulenten Zeiten zu diversifizieren. Gold korreliert auch negativ mit risikobehafteten Anlagen. Eine Rally am Aktienmarkt schwächt tendenziell den Goldpreis, während Verkaufswellen an risikoreicheren Märkten das Edelmetall in der Regel begünstigen.

Der Preis kann sich aufgrund einer Vielzahl von Faktoren bewegen. Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer schweren Rezession können den Goldpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen rasch steigen lassen. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, steigt sein Preis tendenziell bei niedrigeren Zinsen, während höhere Finanzierungskosten das gelbe Edelmetall in der Regel belasten. Die meisten Kursbewegungen hängen jedoch davon ab, wie sich der US-Dollar (USD) entwickelt, da Gold in Dollar notiert wird (XAU/USD). Ein starker Dollar begrenzt tendenziell den Goldpreis, während ein schwächerer Dollar ihn eher steigen lässt.