
GBP/JPY zeigt sich am Freitag leicht bärisch, da Anleger angesichts eines sich verschärfenden, vom KI-Sektor angeführten Ausverkaufs an den Aktienmärkten den als sicheren Hafen geltenden japanischen Yen (JPY) gegenüber dem britischen Pfund (GBP) bevorzugen. Die risikoaverse Stimmung erhöht jedoch auch die Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen, drückt deren Renditen und begrenzt damit die Kursgewinne des Yen.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert GBP/JPY bei rund 212, nachdem das Währungspaar ein Tagestief von 211,36 erreicht hatte.
Die folgende Tabelle zeigt die heutige prozentuale Veränderung des japanischen Yen (JPY) gegenüber den aufgeführten wichtigen Währungen. Am stärksten entwickelte sich der japanische Yen gegenüber dem neuseeländischen Dollar.
| USD | EUR | GBP | JPY | CAD | AUD | NZD | CHF | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| USD | 0,63 % | 0,58 % | 0,49 % | 0,60 % | 0,97 % | 1,07 % | 0,42 % | |
| EUR | -0,63 % | -0,05 % | -0,14 % | -0,03 % | 0,34 % | 0,44 % | -0,22 % | |
| GBP | -0,58 % | 0,05 % | -0,08 % | 0,02 % | 0,40 % | 0,49 % | -0,17 % | |
| JPY | -0,49 % | 0,14 % | 0,08 % | 0,14 % | 0,51 % | 0,61 % | -0,05 % | |
| CAD | -0,60 % | 0,03 % | -0,02 % | -0,14 % | 0,38 % | 0,47 % | -0,19 % | |
| AUD | -0,97 % | -0,34 % | -0,40 % | -0,51 % | -0,38 % | 0,09 % | -0,57 % | |
| NZD | -1,07 % | -0,44 % | -0,49 % | -0,61 % | -0,47 % | -0,09 % | -0,64 % | |
| CHF | -0,42 % | 0,22 % | 0,17 % | 0,05 % | 0,19 % | 0,57 % | 0,64 % |
Die Heatmap zeigt die prozentualen Veränderungen der wichtigsten Währungen im Vergleich zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, die Kurswährung aus der obersten Zeile. Wenn Sie beispielsweise in der linken Spalte den japanischen Yen auswählen und der Zeile horizontal bis zum US-Dollar folgen, zeigt das entsprechende Feld die prozentuale Veränderung von JPY (Basiswährung)/USD (Kurswährung).
Die Rendite der zehnjährigen japanischen Referenzstaatsanleihe fällt auf ein Viermonatstief und liegt bei rund 2,63 %, was einem Tagesrückgang von 4,70 % entspricht. Der Yen leidet bereits unter einem Renditenachteil, da die Zinsen in Japan niedriger sind als in anderen großen Volkswirtschaften. Sinkende Anleiherenditen verstärken diesen Druck zusätzlich.
Die Bank of Japan (BoJ) hat die Zinsen schrittweise angehoben und ihren Leitzins im September mit einer Erhöhung um 25 Basispunkte auf 1,25 % gebracht, bevor sie im Oktober eine Pause einlegte. Die Währungshüter signalisieren weiterhin eine weitere Straffung. Aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll der September-Sitzung geht hervor, dass sich die Mitglieder darauf verständigten, die Zinsen weiter anzuheben und die geldpolitische Lockerung schrittweise zurückzufahren.
Ein Mitglied erklärte, die BoJ müsse das Tempo der Zinserhöhungen beschleunigen, falls sich Anzeichen dafür zeigten, dass die Inflation die Erwartungen übertrifft. Viele Mitglieder warnten zudem, dass steigende Rohölpreise die Aufwärtsrisiken für die Inflation hoch halten.
In Großbritannien erhöhte die Bank of England (BoE) ihren Leitzins am Donnerstag mit acht zu einer Stimme um 25 Basispunkte auf 4,00 %. Catherine Mann, externes Mitglied des geldpolitischen Ausschusses (MPC), sprach sich für eine stärkere Anhebung um 50 Basispunkte auf 4,25 % aus.
Dies ist die erste Zinserhöhung der BoE seit 2023. Damit schließt sie sich anderen großen Zentralbanken an, die ihre Geldpolitik straffen, um die Inflation einzudämmen. Diese wird durch höhere Energiekosten infolge des Krieges im Nahen Osten angeheizt.
Die Analysten von MUFG stellen fest, dass sich „die Renditen in Großbritannien besser gehalten haben als in anderen großen Volkswirtschaften“, da Anleger auf die „restriktive Botschaft der BoE reagieren, die signalisiert, dass im laufenden Straffungszyklus mindestens eine weitere Zinserhöhung wahrscheinlich ist“. Sie heben hervor, dass Notenbankchef Bailey „klar erklärte, dass es gewichtige Gründe für eine weitere Zinserhöhung gebe, falls der Konflikt zwischen den USA und dem Iran nicht beigelegt wird“. Dies bestärke die Erwartung, dass die geldpolitische Straffung noch nicht abgeschlossen sei. MUFG kommt zu dem Schluss: „Insgesamt dürfte die heutige restriktive geldpolitische Mitteilung der BoE die bullische Dynamik des GBP zum Jahresende hin verstärken.“