
Das Währungspaar EUR/USD kann eine moderate Erholung im Tagesverlauf aus dem Bereich von 1,1185 kaum nutzen und bleibt am Montag im frühen europäischen Handel leicht unter Druck. Die Kassakurse halten sich jedoch über dem Tief vom Mai 2025, das am vergangenen Mittwoch erreicht wurde. Das fundamentale Umfeld deutet allerdings darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands weiterhin nach unten führt.

Die Anleger richten ihren Blick weiterhin auf Frankreichs Haushaltslage. Die Regierung ringt vor den bevorstehenden Wahlen um die Verabschiedung eines Haushalts zur Defizitreduzierung, wodurch sich der Renditeabstand zwischen zehnjährigen französischen und deutschen Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit der Schuldenkrise im Euroraum 2011 ausgeweitet hat. Dies verunsichert zusammen mit gewaltsamen Unruhen in Frankreich die europäischen Finanzmärkte und setzt den Euro etwas unter Druck. Darüber hinaus erweist sich eine leicht anziehende Nachfrage nach dem US-Dollar (USD) als weiterer Belastungsfaktor für das Währungspaar EUR/USD.
Die Weigerung von Kevin Warsh, dem Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed), Hinweise auf weitere geldpolitische Schritte zu geben, hat die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Straffung im weiteren Verlauf dieses Monats verringert. Die in der vergangenen Woche veröffentlichten, höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationszahlen stützen jedoch die Aussicht auf eine baldige Zinserhöhung bis zum Jahresende. Darüber hinaus helfen die anhaltenden geopolitischen Risiken infolge der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und der Konfrontation zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus dem als sicherer Hafen geltenden USD, seine am Freitag begonnene Erholung von einem Zweiwochentief fortzusetzen.
Dies bestätigt wiederum die kurzfristig negativen Aussichten für das Währungspaar EUR/USD. Der ausbleibende Anschlussverkaufsdruck mahnt bärisch positionierte Händler jedoch zur Vorsicht. Daher wäre es ratsam, einen Tagesschlusskurs unterhalb der horizontalen Unterstützung bei 1,1150 abzuwarten, bevor man sich auf eine Fortsetzung des seit rund zwei Monaten klar etablierten Abwärtstrends positioniert.
Das Währungspaar EUR/USD bleibt kurzfristig bärisch ausgerichtet, nachdem es am Freitag an der horizontalen Hürde bei 1,1270–1,1275 gescheitert war. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung etwa bei 1,1150. Ein nachhaltiger Bruch unter dieses Niveau würde den Weg für einen stärkeren Rückgang öffnen. Auf der Oberseite müssten die Kassakurse die Hürde bei 1,1270–1,1275 überwinden, um die Aussicht auf einen nennenswerten Anstieg zu untermauern.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Der Euro ist die Währung der 20 Länder der Europäischen Union, die dem Euroraum angehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 entfielen auf ihn 31 % aller Devisentransaktionen, bei einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von über 2,2 Billionen US-Dollar. EUR/USD ist das weltweit meistgehandelte Währungspaar mit einem geschätzten Anteil von 30 % an allen Transaktionen, gefolgt von EUR/JPY (4 %), EUR/GBP (3 %) und EUR/AUD (2 %).
Die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Zentralbank des Euroraums. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das vorrangige Mandat der EZB ist die Wahrung der Preisstabilität, was entweder die Eindämmung der Inflation oder die Stimulierung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Vergleichsweise hohe Zinssätze – oder die Erwartung höherer Zinsen – stützen in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft seine geldpolitischen Entscheidungen auf Sitzungen, die achtmal im Jahr stattfinden. Die Entscheidungen werden von den Präsidenten der nationalen Zentralbanken des Euroraums und sechs ständigen Mitgliedern getroffen, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Die anhand des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessenen Inflationsdaten des Euroraums sind eine wichtige wirtschaftliche Kennzahl für den Euro. Steigt die Inflation stärker als erwartet, insbesondere über das Inflationsziel der EZB von 2 %, ist die EZB gezwungen, die Zinsen anzuheben, um die Teuerung wieder unter Kontrolle zu bringen. Im Vergleich zu anderen Währungsräumen höhere Zinssätze stützen in der Regel den Euro, da sie die Region für internationale Anleger als Anlageort attraktiver machen.
Veröffentlichte Konjunkturdaten geben Aufschluss über den Zustand der Wirtschaft und können den Euro beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungsdaten sowie Umfragen zum Verbrauchervertrauen können die Kursrichtung der Gemeinschaftswährung beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist gut für den Euro. Sie zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern kann die EZB auch zu Zinserhöhungen veranlassen, die den Euro unmittelbar stärken. Fallen die Konjunkturdaten hingegen schwach aus, dürfte der Euro nachgeben. Besonders wichtig sind die Konjunkturdaten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums (Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien), da sie 75 % der Wirtschaftsleistung des Euroraums ausmachen.
Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für den Euro ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Exporteinnahmen eines Landes und seinen Importausgaben in einem bestimmten Zeitraum. Produziert ein Land stark nachgefragte Exportgüter, gewinnt seine Währung allein durch die zusätzliche Nachfrage ausländischer Käufer an Wert, die diese Waren erwerben möchten. Ein Handelsbilanzüberschuss stärkt daher eine Währung, während ein Handelsbilanzdefizit den gegenteiligen Effekt hat.