Angebots- und Nachfragezonen: die Grundlagen
Angebot und Nachfrage basieren auf der technischen Analyse, insbesondere auf der Kursbewegung (Price Action). Trader suchen nach markanten Bereichen, in denen sich ein starker Anstieg oder Rückgang ausbildet.
Eine Nachfragezone ist ein Bereich im Kurschart, in dem beim Erreichen die Kaufbereitschaft' die Verkaufsbereitschaft' zu übersteigen beginnt. Mit anderen Worten: Das Kaufvolumen wird höher als das Verkaufsvolumen. An diesem Punkt hört der Preis auf zu fallen, und ein Anstieg beginnt. Die Angebotszone funktioniert umgekehrt.
Die vier wichtigsten Interessensbereiche sind unten dargestellt:
Eine Rally-Base-Rally-Zone bildet sich in der Regel in einem Aufwärtstrend, kann aber auch zu Beginn von Trends auftreten.
Eine Drop-Base-Drop-Angebotszone ähnelt einer Rally-Base-Rally-Zone, mit dem Unterschied, dass sie sich während eines Abwärtstrends oder zu Beginn eines Trends bildet.
Eine Drop-Base-Rally-Nachfragezone ist ein Bereich, der in der Regel einen Boden signalisiert.
Eine Rally-Base-Drop-Angebotszone bildet sich ähnlich wie eine Drop-Base-Rally-Zone; der einzige Unterschied besteht darin, dass das Muster ein Markthoch ausbildet und anschließend eine Abwärtsbewegung folgt.
Was ist der Unterschied zwischen Angebot und Nachfrage sowie Unterstützung und Widerstand?
Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort. Studien zufolge sind Unterstützungs- und Widerstandsniveaus Linien, die einen Kurs in der Vergangenheit gehalten haben und dies möglicherweise auch in Zukunft wieder tun. Angebot und Nachfrage hingegen beziehen sich auf eine jüngste Bewegung und eine unberührte Basis. Die Basis ist es, die Trader anzieht. Tools wie Fibonacci-Retracements können dabei helfen einzuordnen, wo diese Zonen mit Pullbacks zusammenfallen könnten.
Momentum
Angebots- und Nachfragebereiche mit gutem Momentum, die nahegelegene Hochs/Tiefs einschließen, sind positive Indikatoren. Diese Merkmale signalisieren, dass sich die Kurse mit wenig Gegenwehr bewegt haben. Der Momentum-Kontext kann mit Indikatoren wie RSI oder MACD gegengeprüft werden.
Ein gesundes Momentum aus der Basis heraus ist erforderlich, da es Tradern Bereiche mit hohem Potenzial signalisiert. In der Praxis könnten Sie Setups herausfiltern, die ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis bieten.
Dauer
Wie lange sich der Kurs von einem Angebots- oder Nachfragebereich entfernt hält, ist ebenfalls entscheidend.
Es gibt die Auffassung, dass Angebots- und Nachfragezonen funktionieren, weil institutionelle Trader an der Basis dieser Bereiche nicht ausgeführte Orders hinterlassen, doch es ist unwahrscheinlich, dass Trader Orders so lange im Markt belassen würden.
Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Bereiche, in denen sich der Kurs schnell aus seiner Zone herausbewegt, die Setups mit der höheren Handelswahrscheinlichkeit zu sein scheinen.
Frische
Damit ein Angebots- oder Nachfragebereich als “frisch” gilt, muss er zwei Bedingungen erfüllen: Die Zone muss sich ohne Unterstützung anderer Strukturen bilden und darf nicht als Reaktion auf eine andere Zone entstehen.
Trendrichtung bei Angebots- und Nachfragezonen
Das Trading in Richtung des Markttrends ist vorteilhaft; Trader müssen dabei das Umkehrmuster des Marktes berücksichtigen. Nur weil sich im H1 ein Trend bildet, bedeutet das nicht, dass der Tages-Chart einen ähnlichen Trend aufweist. Wenn die Tageszeiteinheit sowie H1 und H4 einen vergleichbaren Trend zeigen, steigt die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Trades aus einem H1-Angebots- oder Nachfragebereich. Für einen strukturierten Ablauf empfiehlt sich eine Checkliste für die Top-down-Analyse.
Trader sollten außerdem die Multi-Timeframe-Analyse nutzen. Auch wenn ein Short-Trade aus einer Angebotszone attraktiv erscheinen mag, kann eine Struktur auf einem höheren Zeitrahmen ein Hindernis darstellen, sodass Trader in einen täglichen Nachfragebereich hinein verkaufen könnten. Das große Ganze ist für Trend und Struktur entscheidend.
Angebot und Nachfrage in Ihrem Trading nutzen
Bei korrekter Anwendung können Trader erheblich davon profitieren, Angebot und Nachfrage in ihre Strategie einzubeziehen. Hier sind einige zusätzliche Punkte, um die Gültigkeit eines Bereichs zu bestätigen:
Konvergenz der Trendlinie. Wenn die Trendlinie auf Ihre gewählte Zone trifft, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Abpralls. In unserem Leitfaden zum Trading mit Trendlinien erfahren Sie, wie Sie diese einzeichnen und validieren.
Schneidet ein langfristiges Unterstützungs-/Widerstandsniveau den Bereich? Kombinieren Sie die Zonenauswahl mit Ihrer übergeordneten Trading-Strategie und der Positionsgrößenbestimmung mithilfe des Trading-Rechners.
Wenn Sie Ihr neu erworbenes Wissen in die Praxis umsetzen möchten, testen Sie ein Demokonto. Sie können das Erkennen von Zonen auch auf MT4 oder MT5 üben.


















