
Die Industrieproduktion in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, stieg im September gegenüber dem Vormonat um 0,7 %. Dies geht aus den am Mittwoch vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten, um saisonale und kalendarische Effekte bereinigten Zahlen hervor. Damit fiel der Anstieg stärker aus als die erwarteten 0 %. Im August hatte das Plus 1,0 % betragen (von 2,0 % nach unten revidiert).
Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die deutsche Industrieproduktion im September um 0,4 %, nach einem Zuwachs von 0,7 % im August (von 2,3 % nach unten revidiert).

Der Euro ist die Währung der 20 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Er ist nach dem US-Dollar die weltweit am zweithäufigsten gehandelte Währung. Im Jahr 2022 entfielen auf ihn 31 % aller Devisentransaktionen, bei einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von über 2,2 Billionen US-Dollar. EUR/USD ist das weltweit meistgehandelte Währungspaar und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus, gefolgt von EUR/JPY (4 %), EUR/GBP (3 %) und EUR/AUD (2 %).
Die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das vorrangige Mandat der EZB ist die Wahrung der Preisstabilität. Dazu gehört, entweder die Inflation einzudämmen oder das Wachstum anzukurbeln. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinsen – oder die Erwartung höherer Zinsen – stützen in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft seine geldpolitischen Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Die Entscheidungen werden von den Präsidenten der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern getroffen, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Die anhand des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessenen Inflationsdaten der Eurozone sind eine wichtige wirtschaftliche Kennzahl für den Euro. Steigt die Inflation stärker als erwartet, insbesondere über das EZB-Ziel von 2 %, muss die EZB die Zinsen anheben, um die Teuerung wieder unter Kontrolle zu bringen. Ein im Vergleich zu anderen Währungsräumen relativ hohes Zinsniveau stützt in der Regel den Euro, da es die Region für internationale Anleger als Standort für ihre Geldanlagen attraktiver macht.
Veröffentlichte Wirtschaftsdaten geben Aufschluss über den Zustand der Wirtschaft und können sich auf den Euro auswirken. Indikatoren wie das BIP, die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungsdaten sowie Umfragen zur Verbraucherstimmung können die Kursentwicklung der Gemeinschaftswährung beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist positiv für den Euro. Sie zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern kann die EZB auch zu Zinserhöhungen veranlassen, die den Euro unmittelbar stärken. Fallen die Wirtschaftsdaten hingegen schwach aus, dürfte der Euro nachgeben. Besonders bedeutsam sind die Wirtschaftsdaten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums (Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien), da diese 75 % der Wirtschaftsleistung der Eurozone ausmachen.
Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für den Euro ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Exporteinnahmen eines Landes und seinen Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Produziert ein Land stark nachgefragte Exportgüter, gewinnt seine Währung allein durch die zusätzliche Nachfrage ausländischer Käufer an Wert, die diese Waren erwerben möchten. Ein Handelsbilanzüberschuss stärkt daher eine Währung, während ein Handelsbilanzdefizit den gegenteiligen Effekt hat.