Yen verliert gegenüber dem US-Dollar trotz Hoffnungen auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran an Boden

  • USD/JPY erreicht mit 158,00 den höchsten Stand seit dem 29. Oktober und hält sich in dessen Nähe.
  • Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe übertrifft die Prognose, und das Währungspaar erholt sich von seinem Tief.
  • BoJ-Gouverneur Ueda spricht am Freitag beim IWF, einen Tag nach der Veröffentlichung der Lohndaten für September.

Der US-Dollar gab angesichts der diplomatischen Gespräche zwischen den USA und dem Iran gegenüber dem Euro und dem Pfund nach, nicht jedoch gegenüber dem Yen. USD/JPY erreichte mit 158,00 den höchsten Stand seit dem 29. Oktober. Als die Verluste des US-Dollars gegenüber anderen Währungen am stärksten ausfielen, sank das Paar auf knapp über 157,50, bevor es auf das Hoch stieg. Derzeit notiert es knapp unter 158,00.

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Japan bezieht nahezu sein gesamtes Rohöl aus dem Ausland. Der durch die Gespräche zwischen den USA und dem Iran ausgelöste Ölpreisrückgang senkt daher Japans Importkosten, dennoch gab der Yen nach. Die Bank of Japan (BoJ) trifft ihre nächste Zinsentscheidung erst am 17. und 18. Dezember. Somit steht auf der japanischen Seite der für USD/JPY maßgeblichen Zinsdifferenz seit mehr als sechs Wochen keine Änderung an.

Der endgültige US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe von S&P Global sank von 56,0 auf 54,9, woraufhin USD/JPY auf knapp über 157,50 zurückfiel. Anschließend stieg der Index des Institute for Supply Management (ISM) für das verarbeitende Gewerbe auf 55,5 und lag damit über der Prognose von 54,6. Das Währungspaar erholte sich daraufhin auf knapp unter 158,00.

Die anstehenden Termine

Das Sitzungsprotokoll der BoJ wird am Mittwoch um 23:50 Uhr GMT veröffentlicht. Am Donnerstag folgen um 23:30 Uhr GMT die Lohndaten für September. Erwartet wird zum zweiten Monat in Folge ein Anstieg um 3,8 % gegenüber dem Vorjahr. BoJ-Gouverneur Ueda hält am Freitag um 16:00 Uhr GMT einen Vortrag beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Alle drei Ereignisse fließen in die Dezemberentscheidung der BoJ ein.

Für den am Mittwoch um 15:00 Uhr GMT anstehenden ISM-Dienstleistungsindex werden 54,8 nach zuvor 54,9 erwartet. Am Freitag folgt um 13:30 Uhr GMT der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober, für den ein Stellenzuwachs von 65.000 nach 29.000 prognostiziert wird. Beide Veröffentlichungen sind für die Zinsdifferenz bei USD/JPY von Bedeutung, nachdem die Fed den Leitzins am 28. Oktober unverändert bei 3,75 % bis 4,00 % belassen hatte.

Die charttechnische Lage

USD/JPY bewegt sich seit Ende September zwischen knapp über 156,00 und nahezu 159,00, nachdem sich das Paar vom Septembertief knapp unter 153,00 erholt hatte. Die exponentiellen gleitenden Durchschnitte (EMA) über 50 und 200 Tage liegen beide innerhalb dieser Spanne und sind weniger als 0,20 Yen voneinander entfernt. Seit Anfang Oktober hat das Währungspaar diese Linien wiederholt gekreuzt.


USD/JPY im 5-Minuten-Chart


USD/JPY im Tageschart



Häufig gestellte Fragen zum japanischen Yen

Der japanische Yen (JPY) gehört zu den meistgehandelten Währungen der Welt. Sein Wert wird grundsätzlich von der Entwicklung der japanischen Wirtschaft bestimmt. Zu den konkreten Einflussfaktoren zählen insbesondere die Geldpolitik der Bank of Japan, die Renditedifferenz zwischen japanischen und US-amerikanischen Anleihen sowie die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer.

Zu den Aufgaben der Bank of Japan gehört die Steuerung des Wechselkurses, weshalb ihre Maßnahmen für den Yen von zentraler Bedeutung sind. Die BoJ hat gelegentlich direkt an den Devisenmärkten interveniert, in der Regel, um den Wert des Yen zu senken. Aus Rücksicht auf politische Bedenken ihrer wichtigsten Handelspartner verzichtet sie jedoch auf häufige Eingriffe. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ zwischen 2013 und 2024 führte aufgrund der zunehmenden geldpolitischen Divergenz zwischen der Bank of Japan und anderen großen Zentralbanken zu einer Abwertung des Yen gegenüber den wichtigsten anderen Währungen. In jüngerer Zeit hat die schrittweise Abkehr von dieser ultralockeren Politik den Yen etwas gestützt.

Im vergangenen Jahrzehnt führte das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik zu einer zunehmenden geldpolitischen Divergenz gegenüber anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank Fed. Dies begünstigte eine Ausweitung der Renditedifferenz zwischen zehnjährigen US-amerikanischen und japanischen Staatsanleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkte. Die Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, sich schrittweise von der ultralockeren Geldpolitik zu verabschieden, trägt zusammen mit Zinssenkungen anderer großer Zentralbanken dazu bei, diese Differenz zu verringern.

Der japanische Yen wird häufig als sicherer Hafen angesehen. In Zeiten angespannter Märkte investieren Anleger daher eher in die japanische Währung, da sie als zuverlässig und stabil gilt. Turbulente Zeiten dürften den Yen gegenüber anderen Währungen stärken, deren Anlage als risikoreicher gilt.