Euro fällt gegenüber dem kanadischen Dollar angesichts einer Protestwelle in Europa

  • EUR/CAD eröffnete mit einer Abwärtskurslücke, als sich gewaltsame Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten in ganz Frankreich ausbreiteten.
  • Die Ölpreise fielen, nachdem US-Präsident Trump Sanktionen gegen russische Kraftstoffexporte ausgesetzt hatte, was den CAD unter Druck setzte.
  • Die Märkte erwarten, dass die Bank of Canada die Zinsen bei ihrer Sitzung im Oktober unverändert lässt.

EUR/CAD notiert nach einem volatilen Verlauf weiterhin im Minus und wird am Montag während der europäischen Handelszeiten bei rund 1,5800 gehandelt. Das Währungspaar eröffnete mit einer Abwärtskurslücke, da die weitverbreiteten Unruhen in Frankreich den Euro (EUR) belasten.

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In einer landesweit im Fernsehen übertragenen Ansprache am Sonntag verurteilte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die „schockierende“ Gewalt im Zuge der Proteste gegen die steigenden Lebenshaltungskosten. Vorausgegangen war einer der schwersten Tage ziviler Unruhen im Land seit Jahren. Die Demonstrationen in Frankreich waren die größten innerhalb einer breiteren Protestwelle, die auch Belgien, Italien und Portugal erfasste.

Unterdessen bleibt das Währungspaar EUR/CAD volatil, da der rohstoffabhängige kanadische Dollar (CAD) durch sinkende Rohölpreise unter Druck geraten könnte. Die Ölpreise gaben nach, nachdem US-Präsident Donald Trump am Freitag einen Erlass unterzeichnet hatte, der wichtige Sanktionen und Zölle gegen Russland im Rahmen des Graham Act aussetzt. Dieser Schritt dürfte die russischen Kraftstoffexporte ankurbeln. Die vorübergehende Ausnahmeregelung setzt Beschränkungen aus, die Trump erst im vergangenen Monat angesichts des Drucks aus dem Kongress wegen Russlands Krieg in der Ukraine gesetzlich verankert hatte. Außenminister Marco Rubio erklärte, die Regierung werde sich bis zu 60 Tage Zeit nehmen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Entscheidung zu bewerten.

Trotz der Belastungsfaktoren für Rohöl erwarten Händler, dass die Bank of Canada (BoC) die Zinsen bei ihrer bevorstehenden Sitzung im Oktober unverändert lässt und damit die seit Jahresbeginn eingehaltene Zinspause fortsetzt, bevor sie im Dezember möglicherweise eine Zinserhöhung in Betracht zieht. Da die zugrunde liegende Inflation weiterhin nahe am Ziel der BoC von 2 % liegt und die Unterauslastung am heimischen Arbeitsmarkt zunimmt, sehen Marktteilnehmer wenig Anlass für eine sofortige Zinserhöhung.

Inflation in Kanada dürfte stabil bleiben: RBC erwartet Verbraucherpreisinflation von weiterhin 3 %

Die Ökonomen der Royal Bank of Canada erwarten, dass die Inflation in Kanada auf ihrem derzeitigen Niveau verharrt. Sie prognostizieren, dass die am gesamten Verbraucherpreisindex gemessene Teuerungsrate „im September den dritten Monat in Folge bei 3 % im Vorjahresvergleich bleiben wird“. Der erwartete unveränderte Wert untermauert ihre Einschätzung, dass der Preisdruck zwar anhält, sich die Gesamtinflation jedoch nicht mehr beschleunigt.

Häufig gestellte Fragen zum Euro

Der Euro ist die Währung der 20 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die dem Euroraum angehören. Er ist nach dem US-Dollar die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 entfielen auf ihn 31 % aller Devisentransaktionen bei einem durchschnittlichen täglichen Handelsumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar. EUR/USD ist mit einem geschätzten Anteil von 30 % an allen Transaktionen das meistgehandelte Währungspaar der Welt, gefolgt von EUR/JPY (4 %), EUR/GBP (3 %) und EUR/AUD (2 %).

Die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Zentralbank des Euroraums. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Der vorrangige Auftrag der EZB besteht darin, Preisstabilität zu gewährleisten, also entweder die Inflation einzudämmen oder das Wachstum anzukurbeln. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinsen – oder die Erwartung höherer Zinsen – stützen in der Regel den Euro. Umgekehrt belasten niedrigere Zinsen die Währung. Der EZB-Rat trifft seine geldpolitischen Entscheidungen bei Sitzungen, die achtmal im Jahr stattfinden. Die Entscheidungen werden von den Präsidenten der nationalen Zentralbanken des Euroraums und sechs ständigen Mitgliedern getroffen, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Die anhand des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessenen Inflationsdaten des Euroraums sind eine wichtige wirtschaftliche Kennzahl für den Euro. Steigt die Inflation stärker als erwartet, insbesondere über das Ziel der EZB von 2 %, ist die EZB gezwungen, die Zinsen anzuheben, um die Teuerung wieder unter Kontrolle zu bringen. Im Vergleich zu anderen Währungsräumen relativ hohe Zinsen stützen in der Regel den Euro, da sie die Region für internationale Anleger als Standort für die Anlage ihres Geldes attraktiver machen.

Veröffentlichte Wirtschaftsdaten geben Aufschluss über den Zustand der Wirtschaft und können den Euro beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungsdaten sowie Umfragen zum Verbrauchervertrauen können die Kursrichtung der Gemeinschaftswährung beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist positiv für den Euro. Sie zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern kann die EZB auch zu Zinserhöhungen veranlassen, die den Euro unmittelbar stärken. Fallen die Wirtschaftsdaten hingegen schwach aus, dürfte der Euro nachgeben. Besonders bedeutsam sind die Wirtschaftsdaten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums (Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien), da auf sie 75 % der Wirtschaftsleistung des Euroraums entfallen.

Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für den Euro ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Exporteinnahmen und den Importausgaben eines Landes über einen bestimmten Zeitraum. Produziert ein Land stark nachgefragte Exportgüter, gewinnt seine Währung allein durch die zusätzliche Nachfrage ausländischer Käufer an Wert, die diese Waren erwerben möchten. Ein Handelsbilanzüberschuss stärkt daher eine Währung, während ein Defizit sie schwächt.